Du bist
der Besucher

seit
April 2016

Das beste Jahrzehnt - die 1980er Jahre

Die 1980er waren für mich die schönsten Jahre! Meine erste Stereoanlage, neue Konsole und Homecomputer bestimmten das Leben. LOAD"GESCHICHTE",8,1 - READY - RUN

Mein Jugendzimmer im Jahr 1983

... Weihnachten 1982 die Wiederbelebung des "Videospiele Virus" bei mir erneut aufflammte.
Wie kam es dazu? Bei Klassenkameraden, Freunden, in den Kaufhäusern und in der Werbung war "Computer & Konsolen" das Thema! Für mich war klar, ich brauche auch sowas und zwar sofort, nein, gestern! :)
Es ging auf Weihnachten zu und meine Oma fragte mich was ich haben möchte. Hey, meine Möglichkeit, ich wünschte mir das Atari 2600 inkl. Pac-Man. Sie fragte mich was das kostet und ich sagte 499DM! Sie gab mir das Geld und sagte: "besorge Dir das Ding selbst und bringe es zu mir, damit ich es Dir Weihnachten geben kann!". Ich "rannte" zum Kaufhaus "Horten" und ging dort an den Tresen und kaufte mir das "Ding"! Leider waren

Modul Berzerk

es noch 2 Wochen bis Weihnachten :( Endlich eine Konsole mit austauschbaren Spielen mit denen keine Langeweile mehr aufkommen sollte. Natürlich war ein Spiel viel zu wenig und ich leierte meiner Mutter noch das Modul Defender aus den Rippen. Damit hatte ich an Weihnachten 2 Spiele/Module und konnte immer wechseln!
Jetzt war klar, zu jeder Gelegenheit wünschte ich mir neue Spiele. Nach einer ganzen Weile hatte ich schon eine stolze Auswahl an Spielen wie zum Beispiel : Pac-Man; Defender; Frogger; Berzerk; Star Wars: The Empire strikes back und viele mehr. Meine ganzen Freunde wollten immer bei mir spielen - aber, pro Spiel 10 Pfennig bitte! :) Irgendwo musste das Geld für neue Module ja herkommen.

Atari 2600

Während ich noch mein Atari 2600 benutzte hatten einige Freunde von mir schon einen "Homecomputer", einen "Commodore 64" zu Hause stehen. Bessere Grafik, besserer Sound und eine große Auswahl an verschiedenen Spielen, die auch noch alle "umsonst waren" ... Naja, eigentlich waren die nicht umsonst, aber man konnte das alles kopieren und brauchte nur leere Kassetten dafür! Ja, war klar, ich wollte natürlich auch einen "Homecomputer"! Ich wollte dazugehören zu den "ComputerFreaks", zu den "Nerds".
8-Bit Homecomputer "Commodore 64"
1985 verkaufte ich mein Atari 2600 mit den ganzen Modulen und kaufte mir davon dann den Commodore 64 mit der Datasette 1530.
Endlich ein richtiger "Homecomputer", aber, ich hatte keinen Plan wie das so funktioniert und ich hatte keine Spiele dafür. Ich ging zu meinem damaligen Kumpel, er hatte "Turbo Tape" und einige Spiele, und lies mir das alles auf Kassette kopieren inkl. einer Erklärung wie man die Spiele laden und starten kann.
Mit meiner kopierten Kassette fuhr ich mit dem Fahrrad nach Hause und versuchte mein Glück. Als erstes musste man Turbo Tape laden und damit dann die Spiele! Leider gab es aber auf der Kassette einen Lesefehler und ich konnte Turbo Tape dadurch nicht immer laden! Das Problem, ohne Turbo Tape keine Spiele! :( Eigentlich wollte ich am selben Abend noch schnell mit einer neuen Kassette zu meinem Kumpel fahren, aber meine Mutter erlaubt das nicht.
Viele hatten nun einen Commodore 64 mit Datasette und wir tauschten uns alle fleißig aus. Jeder hatte was, jeder suchte und wollte was! So hatte ich nach einer ganzen Weile eine beachtliche Menge an coolen Spielen zu Hause.

Diskettenlaufwerk : Commodore 1541 (5¼ Zoll / ca. 170KB)


Nach einiger Zeit wurden die Spiele immer komplexer und das ging dann nicht mehr auf Kassette sondern nur noch auf Diskette. Ich hatte leider kein Diskettenlaufwerk, da ich kein Geld dafür hatte. Damit ich an Geld komme habe ich für ein Jahr Zeitungen ausgetragen. Am 25. April 1986 war es dann soweit, ich kaufte mir ein Diskettenlaufwerk 1541 für 489DM im "Allkauf" in Gießen!

Allkauf

Endlich ein Diskettenlaufwerk! Jetzt waren dem Commodore 64 keine Grenzen mehr gesetzt und es gab noch viel mehr cooler Spiele dafür.
Allerdings brauchte ich jetzt jede Menge Disketten, damit ich meine ganzen Kassetten auf Disketten umkopieren konnte. Leider waren aber die Disketten sehr teuer und deswegen kaufte ich mir nur "NoName" und einseitige Disketten für 10DM pro Päckchen (10 Stück). Dann holte ich mir noch einen Diskettenlocher, damit man aus einseitigen ganz einfach zweiseitige machen konnte. Das sparte jede Menge Geld!
Ab ca. 1985 traffen sich die ganzen "ComputerFreaks" jeden Samstag um 10 Uhr in der Computerabteilung vom Kaufhaus "Horten", um dort Informationen auszutauschen, zu kopieren und um zu zocken. Selbst die Verkäufer dort wollten von uns die ganze Software kopiert haben. Wir waren immer so zwischen 20 und 25 Leute, die fast alle immer nur auf einen gewartet haben - der King des Kopierens, der Typ mit dem neuesten Stuff, der "Dicke" (Thomas)! Er kam immer mit einer großen, braunen Sporttasche und darin befanden sich Unmengen an Disketten. Wenn man etwas suchte, er hatte es ziemlich sicher oder konnte es besorgen und dadurch war er der Held in unserer Jugend.
Gegen 15 Uhr am Nachmittag traf ich mich fast jeden Samstag mit meinem damaligen Kumpel um den neuesten Stuff vom großen Treffen am Vormittag zu testen und zu sortieren. Danach machten wir bei 'Mars', 'Raider' und 'Coca Cola' einen schönen Zockernachmittag mit Boulder Dash, Impossible Mission, Pole Position und Summer Games! Dazu hörten wir in der Regel die Musik von 'New Order', 'Kraftwerk' und 'Jonzun Crew'!
Mittlerweile hatte ich so viele Spiele, dass ich keinen Überblick mehr über die Disketten hatte. Es musste eine Lösung her, eine Liste. Am Anfang schrieb ich alles per Hand in ein Buch, aber das war nicht unbedingt die beste Lösung! Es musste also langsam ein Drucker her und ich wünschte mir einen zum Geburtstag. Ich bekam den Commodore MPS-801 / 7 Nadel-Matrix-Drucker. Jetzt schrieb ich mir in Basic ein Programm womit man die Disketten beschriften konnte und zusätzlich erstellte ich mir noch eine Liste. Das ganze machte ich mitten in der Nacht und startete dann auch gegen !3! Uhr :-) meinen ersten Testdruck. Es hatte nicht lange gedauert, und meine Mutter stand in meinem Zimmer und fragte mich, ob ich nicht mehr ganz sauber bin. Ok, war schon etwas laut so mitten in der Nacht! Nachdem mein Diskettenlabel-Programm gut funktionierte hatte ich meine ganzen Disketten ordentlich, mit Aufklebern, beschriftet! Jetzt war richtig Ordnung in meiner Sammlung und ich fand alles schnell wieder.
Zwischenzeitlich versuchten wir auch ab und zu unser Glück in der Spieleothek. Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt und flogen ziemlich schnell wieder raus - mit den Worten: "kommt wieder, wenn Ihr 18 seit". :(
Im April 1987 war es dann endlich soweit, ich wurde 18 Jahre alt und durfte somit in die Spielothek. Dies tat ich dann auch regelmäßig, denn dort standen die besten Arcadeautomaten und Flipper. Was für eine geile Grafik diese Spiele alle hatten. Sowas wünschte ich mir auf dem Commodore 64, aber das ging ja leider nicht. Für so eine geile Grafik war ein anderer Computer nötig, aber das war noch Zukunft für mich.
Mein Leben veränderte sich, ich begann im September 1987 meine Lehre als Kaufmann im Einzelhandel in der Elektroabteilung im Kaufhaus Karstadt. Endlich verdiente ich mal etwas Geld. Neben der Elektroabteilung befand sich damals die Computerabteilung! Ich schlich dort öfter mal vorbei, denn dort gab es den besseren Computer den ich unbedingt haben wollte. Im Fokus war der Amiga500 für stolze 1200DM! Leider war das aber viel zu teuer für mich und konnte mir diesen nicht leisten, bis sich im Jahr 1988 eine Möglichkeit ergab. Ich verkaufte meinen Commodore 64 mit allem drum und dran für 300DM und bei Karstadt kostete der Amiga500 mittlerweile "nur" noch 1000DM. Ich zahlte die 300DM an, und holte mir den Amiga500 auf 10 Monatsraten á 70DM und somit hatte ich meinen neuen Homecomputer!
16-Bit Homecomputer "Amiga500"
Ich war einer der ersten, der sich einen Amiga500 gekauft hatte! Manche blieben beim Commodore 64, andere kauften sich einen AtariST und wieder andere hörten mit dem Computer ganz auf.

Commodore Amiga500

Mein damaliger Kumpel, mit dem ich die ganze Commodore 64 Zeit zusammen erlebt hatte, hatte sich einen AtariST gekauft. Gott sei Dank hatte ich einen anderen Kumpel der schon etwas länger einen Amiga500 hatte und somit auch schon einige Spiele dafür! Von ihm holte ich mir am Anfang erstmal ein paar coole Spiele, damit ich auch was zu zocken hatte. :)
Die Grafik und der Sound waren einfach phantastisch und es machte richtig Spaß mit diesem tollen Homecomputer. Nach einer ganzen Weile hatte ich auch für dieses System wieder eine gute Auswahl an Spielen!
Mein damaliger Kumpel, der sich einen AtariST gekauft hatte, sah nach einiger Zeit ein, dass der AtariST einfach zu wenig Spiele bot und hatte sich dann auch einen Amiga zugelegt! Jetzt konnten wir wieder gemeinsam unsere Wege gehen. Da nicht so viele Leute einen Amiga500 hatten kamen auch nur ganz langsam neue Spiele nach ... was konnten wir dagegen tun? Wir brauchten Spiele, wir brauchten den neuesten Stuff. Die Lösung: wir schrieben diverse Cracker-Gruppen an (Alpha Flight, Tristar, Tarkus Team) und erfragten nach Software und Preisen! Alle schrieben zurück und alle machten uns Angebote. Wir wählten nach einigen Tests dann die Cracker-Gruppe : Tarkus Team aus, denn die hatten das beste Preis/Leisungsverhältnis und waren sehr zuverlässig. Jetzt kam einmal die Woche die neueste Software für unsere 'Freundin', und so verging der Rest des Jahrzehntes wie im Flug ...
>>> zurück <<< (1970er Jahre)
(1990er Jahre) >>> weiter <<<